Jean-Christophe Grangé – Choral des Todes – Thriller

Covertext:

Ein markerschütternder Schrei hallt durch die Kirche Saint-Jean-Baptiste. Lionel Kasdan eilt über die steinerne Rundtreppe hinauf zur Empore. Er ist Sekunden zu spät. Der Mann an der Orgel ist tot. Der Fall lässt den ehemaligen Polizisten nicht mehr los. Die Einzigen, die offenbar wissen, was geschehen ist, sind die Chorjungen. Doch sie schweigen beharrlich. Ein zweiter Mord geschieht und ein dritter. Lionel begreift langsam, dass der Schlüssel zu diesem Fall die engelsgleichen Sängerknaben sind. Sie scheinen die Unschuld selbst zu sein, aber ihre Herzen sind finsterer als die Hölle…

Meine Rezension:

Eins stand für Lionel Kasdan, Ermittler der Mordkommission im Ruhestand, immer fest: Er würde nie so ein ermittelnder Pensionär werden, wie  viele seiner Kollegen vor ihm, die einfach nicht los lassen konnten. Er würde seinen Ruhestand genießen, doch der Mord an dem Chorleiter und Organisten Götz machen ihm einen Strich durch die Rechnung. Der Fall lässt ihn nicht mehr los, nicht zuletzt weil der Mord in seiner Kirchgemeinde passierte, während er sich nur wenige Meter vom Tatort entfernt aufhielt.  Er beginnt auf eigene Faust zu ermitteln und bekommt schon bald Unterstützung von Cèdric Volokine.
Der junge Kommissar vom Jugendschutzdezernat ist wegen Drogenmissbrauchs vom
Dienst beurlaubt und ermittelt ebenfalls außerhalb seiner Zuständigkeit. Das unfreiwillige Ermittlerduo erkennt schnell, dass sie nur gemeinsam diesen Fall lösen können und so arbeiten sie Hand in Hand.

Kasdan und Volokine sind sehr unterschiedlich was ihr Alter und ihre Lebenserfahrungen betrifft, doch ihr Schicksal ist unweigerlich miteinander verbunden. Sie beide brauchen diesen Fall und sie sehen ihn bzw. die Lösung des Falls, als eine Art Seelenrettung für sich selbst an. Die beiden Außenseiter stehen am Rande der Ermittlungen, zwei Beobachter die man nicht mitspielen lassen will. Zu alt und zu kaputt lautet die Diagnose. Aber davon lassen sie sich nicht abschrecken.

Sowohl der oder die Täter, als auch die Tatwaffe geben den Kommissaren Rätsel auf. Liegt das Motiv in der Vergangenheit des Opfers? Die Spur führt nach Chile und ins Dritte Reich.  Wer war Götz wirklich? Ein Verfolgter der hier im Exil lebte weil er um sein Leben fürchten musste? Oder war er gar Täter und versteckte sich vor dem Arm der Gerechtigkeit?

Mord reiht sich an Mord und ich fliege über die Zeilen, folge gespannt den Puzzleteilen, die sich langsam zusammenfügen, um dann festzustellen: Der Autor hat mich und die Kommissare geschickt in die Irre geführt.

Das Ermittlerduo Kasdan/Volokine, welches aufgrund ihrer eigenen Dämonen und Schwächen sehr sympathisch und menschlich rüberkommt, haben sich in mein Herz geschlichen. Der Autor versteht es vortrefflich den beiden Außenseitern tiefe zu geben. Auch sie hüten ihre kleinen Geheimnisse die im Laufe der Geschichte nach und nach ans Licht kommen. Durch die vielschichtig gezeichneten Charaktere wirken die Figuren sehr lebendig und authentisch.

Fazit:

Anspruchsvolle Lektüre, lebendig, vielschichtig und fesselnd geschrieben. Ein Buch das man nicht einfach so aus der Hand legt und mich auch Tage danach nicht los lässt, mich in meinen Gedanken bewegt und beschäftigt.

Das war der erster Thriller den ich von Jean-Christophe Grangé  gelesen habe aber garantiert nicht mein letzter.

Empfehlenswerte Lektüre mit Gänsehautflair.

© Catherine Oertel

Ich bedanke mich recht herzlich beim Bastei Lübbe Verlag für die Bereitstellung des Belegexemplars.

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Über Autorin-Catherine-Oertel

Autorin , Leseratte , Schottlandfan , Familienmensch , liebe Blumen , Bücher , Musik, Filme und gutes Essen !
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