Julia Kröhn – Tochter des Nordens – Historischer Roman

Covertext:

Gegen ihren Willen muss Runa ihre norwegische Heimat verlassen und mit ihrem Vater in die Normandie aufbrechen, wo sich dieser Reichtum und eigenes Land erhofft. Als er kurz vor der Ankunft unerwartet stirbt, ist Runa in der Fremde ganz auf sich allein gestellt. Das Schicksal führt Runa mit der fränkischen Prinzessin Gisla zusammen, als diese in höchster Gefahr schwebt. Runa gelingt es, Gisla zu retten, und Gisla bietet ihr einen Pakt: Wenn Runa sie sicher und unentdeckt zu ihrer Mutter geleiten kann, wird Runa in ihre Heimat zurückkehren können. Sie wissen nicht, dass verborgene Feinde sie derweil beide aus dem Weg räumen wollen…

Meine Rezension:

„Tochter des Norden“ – handelt wie der Titel schon verrät von einer jungen, starken Frau Namens Runa. Sie ist ein Kind der Natur und wuchs frei und ungebunden in einer Siedlung am Fjord, umgeben von Bergen, hoch oben im Norden auf. Bis ihr Vater eines Tages Heim kam und sie in die Normandie verschleppte.

Ihr Leben ist fest mit dem Schicksal der Königstochter Gisla verbunden. In einer rauen Welt in der Frauen Freiwild und  Vergewaltigungen an der Tagesordnung waren, kämpfen die sehr gegensätzlichen Frauen gemeinsam ums Überleben. Runa die dunkelhaarige Kriegerin und Gisla die blonde behütete Prinzessin, die von ihrem Vater, dem König von Gallia, aus politischen Gründen verheiratet werden soll. So unterschiedlich die beiden Frauen, die nicht einmal dieselbe Sprache sprechen sind, die Not schweißt sie zusammen.

Die Aufmachung des Buches gefällt mir sehr gut. Das Cover wurde schlicht in schwarz gehalten mit Birkenzweigen und einem Runenanhänger im Vordergrund und ist gerade durch diese Einfachheit ein echter Hingucker.

Den Leser erwartet eine spannungsgeladene Geschichte, die in Norveguar (dem heutigen Norwegen) um 910 beginnt und in der Normandie im Herbst  936 endet. Sehr angenehm beim Lesen empfinde ich die optische Unterteilung des Textes, in kursiv bzw. normal Schrift, welche die unterschiedlichen Zeitrahmen, in denen die Geschichte spielt, unterstreicht.

Die Autorin wartet mit viel Hintergrundwissen der Nordischen Götterwelt auf und versteht es durch ihren bildlichen Schreibstil dem Leser die damalige Zeit,  sehr anschaulich näherzubringen. Vielschichtige, fassettenreiche Charaktere  erhöhen das
Lesevergnügen. Genau wie die zwei Handlungsstränge die das Schicksal von Runa
und Gisla erzählen. Über eine lange Zeit vereinen sie sich, um ihren Weg gemeinsam zu gehen, zum Ende spalten sie sich schließlich wieder ab. Leider wird nach dieser Trennung nur Gislas Schicksal ausführlich zu Ende erzählt. Runas Schicksal bleibt weitestgehend im Dunkeln, in zwei drei Sätzen wird ein Leben innerhalb einer Zeitspanne von 15 Jahren abgehakt. Das ist sehr Schade, denn die Geschichte wirkt dadurch unvollständig. Für mich als Leser, der viele Stunden mit Runa gelitten hat, kommt das Ende zu abrupt.

Fazit:

Wer über die kleine Schwäche am Ende hinwegsieht findet hier einen gut recherchierten historischen Roman, der nicht nur für Liebhaber dieses Genre interessant sein dürfte.

Und für diejenigen die nicht genug bekommen können von starken Frauen, Intrigen, Wikingern, Nordmännern, Freundschaften und Feindschaften dem sei gesagt: „Tochter des Nordens“ ist der Auftakt zu einer Reihe und der Folgeband (lt. Autorin) schon in Arbeit.

 

© Catherine Oertel

 

Ich bedanke mich recht herzlich beim Bastei Lübbe Verlag für die Zusendung des Manuskripts, sowie dass ich an der Leserunde mit Autorenbegleitung zu „Tochter des Nordens“  teilnehmen durfte.

 

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Über Autorin-Catherine-Oertel

Autorin , Leseratte , Schottlandfan , Familienmensch , liebe Blumen , Bücher , Musik, Filme und gutes Essen !
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