Inverewe Garden – Scotland

Heute möchte ich euch unter <Gartenparadiese> den „Inverewe Garden“ in Scotland  etwas näher vorstellen.

Wir (mein Mann und ich) besuchten Inverewe Garden im September 2009 und sind auch heute noch total begeistert von den Eindrücken die wir dort sammeln konnten.

Der Garten ist wie ein 5 Sterne Menü, ein Feuerwerk für die Sinne. Es gibt unendlich viel zu entdecken. Die Farbenpracht der Blüten und Blätter ist überwältigend,  genauso wie die unglaublichen Düfte.  Man braucht Zeit, um ihn richtig zu genießen und all diese wunderbaren Eindrücke in sich aufzunehmen. Dazu gehört auch, sich einfach einmal ganz in Ruhe in die Sonne zu setzen, die Augen zu schließen und den Wind auf der Haut zu spüren oder den Vögeln zu lauschen.  Wir waren ca. fünf Stunden in diesem Gartenparadies unterwegs und haben nicht annähernd die Hälfte des Areals gesehen.  Hier eine Karte zur Orientierung und um die Größe des Gartens zu zeigen.

Der Inverewe Garden (gälisch „Garradh Inbhir Iu“)  gilt heute als einer der schönsten Gärten Schottlands. Das war nicht immer so, denn als der Schotte Osgood Mackenzie das ca. 20 ha große Grundstück erbte, handelte es sich der Überlieferung nach, um einen felsigen Hügel mit nur einem einzigen Baum darauf. Der ursprüngliche gälische Namen war „Am Ploc Ard“ was so viel heißt wie: „hoher Brocken“. Das kann man sich anhand solcher Bilder heute gar nicht mehr vorstellen.

 

Der Garten wurde Mackenzies Lebenswerk. 1864 begann er ihn zu kultivieren. Später wurde er von seiner Tochter Mairi Sawyer weitergeführt. Sie errichtete zusammen mit ihrem zweiten Ehemann im Jahre 1935 das heutige Inverewe House und sorgte kurz vor ihrem Tod im Jahr 1953 dafür, dass der Garten vom „National Trust of Scotland“ übernommen wurde und bis heute betreut wird.

Es dauerte 20 Jahre, bis der Garten in etwa so aussah, wie Mackenzie sich das vorstellte. Er ließ Unmengen an Erde herbeischaffen (angeblich aus Irland) und begann zunächst einheimische schottische und skandinavische Pinien, als Schutzwall gegen die sehr heftigen und rauen Winde zu pflanzen.

Nach und nach wurden unterschiedliche Pflanzen zusammengetragen und Gartenbereiche angelegt. Wie zum Beispiel der Walled Garden, ein ummauertes Stück ehemaligen Strandes, auf welchem viele Nutzpflanzen (Gemüse- und Kräutergarten) angepflanzt wurden.

Den Reiz eines Besuches im Inverewe Garden stellt für mich die Artenvielfalt dar.  Dank seiner bevorzugten Lage an der Nordwestküste Schottlands, direkt am warmen Golfstrom gelegen, wartet der Garten mit einer breit gefächerten Bepflanzung auf, die wir so nie erwartet hätten. Der Fantasy werden hier im wahrsten Sinne des Wortes, keinerlei Grenzen gesetzt.  Es gibt exotische Blüten, Palmen und Eukalyptusbäume die direkt neben heimischen alt bekannten Pflanzenarten stehen.

Absolut faszinierend war für uns auch die unglaubliche Größe einiger Pflanzen, die wir teilweise  aus dem eigenen Garten kennen, jedoch niemals für möglich gehalten hätten, dass sie diese Dimensionen erreichen. Meterhohe Hortensien hinter denen ich mich verstecken konnte und Rhododendren unter denen mein Mann bequem hindurchlief sorgten dafür, dass wir uns klein wie Däumlinge vorkamen.

Doch am meisten hatten es mir die Ecken im Garten angetan die ein bisschen verwildert daherkamen. Ich mag es sehr, wenn man die Hand des Gärtners nicht sieht und alles ein bisschen so wirkt als würde die Natur sich ihr Reich zurückerobern. Diese besonderen Orte sprühen über vor wild-romantischem Charme und ich hoffe die Fotos können diese Stimmung wenigstens teilweise wiedergeben.

Inverewe Garden – inspirierend, erholsam und immer eine Reise wert.

Fotos: © Catherine Oertel

Quellennachweis zu Geschichte und Lage: http://de.wikipedia.org/wiki/Inverewe_Garden

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Über Autorin-Catherine-Oertel

Autorin , Leseratte , Schottlandfan , Familienmensch , liebe Blumen , Bücher , Musik, Filme und gutes Essen !
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2 Antworten zu Inverewe Garden – Scotland

  1. Patricia schreibt:

    Vielen Dank für diesen wunderschönen Spaziergang. Gerne würde ich dort tagelang spazierengehen!

  2. Claudia Sperlich schreibt:

    Das ist ja zauberhaft! Ich denke sofort an Edit Nesbits „Geheimen Garten“ und an die „Kinder von Arden“. Und an Anglesey, eine ähnlich bevorzugt gelegene Insel und Grafschaft, deren riesenhafte Rhododendren mir unvergeßlich sind.

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