Besuch auf der Wachsenburg

Ferienzeit in Thüringen und pünktlich zum Ferienbeginn hat auch der Sommer Einzug gehalten, was bietet sich da mehr an, als mit der Familie einen Ausflug zu machen.

Ich lebe nun seit 30 Jahren in Thüringen und wann immer wir die A4 entlangfahren lächeln uns die Burgen der Drei Gleichen an.  Aber bisher haben wir es nicht geschafft ihnen einen Besuch abzustatten. Das sollte sich nun ändern. Nach dem Motto: „Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah!“, planten wir unseren Burgenausflug.

Nach einer kurzen Recherche im Internet, war die Entscheidung welche der drei Burgen es sein soll (Burg Gleichen, Wachsenburg oder Mühlburg) schnell gefallen.

Wir entschieden uns für die Wachsenburg. Laut Homepage http://www.veste-wachsenburg.de/ bietet die Burg neben Gastronomie und Hotel abwechslungsreiche Sehenswürdigkeiten. Eine Burgkapelle, ein Brunnenhaus, den Hohenloheturm und ein Museum. Genau diese Vielschichtigkeit war es die bei unsere Entscheidung den Ausschlag gab.  Zudem ist die Burg mit dem Auto gut erreichbar. Was… wenn man nicht so gut zu Fuß ist, durchaus ein Pluspunkt ist. Für Wanderfreunde besteht die Möglichkeit das Auto am Fuß des Berges zu parken.

Besuchszeiten:

Montag bis Samstag von 11:00 Uhr bis 20:00Uhr, Sonntag von 11:00 Uhr bis 17:00 Uhr

Gastronomiezeiten:

Montag bis Samstag 11:00 Uhr bis 21:00 Uhr, Sonntag 11:00 Uhr bis 17:00 Uhr

Voller freudiger Erwartung stiegen wir vor den Toren der Burg aus dem Auto. Unser erster Eindruck war sehr positiv. Eine gut erhaltene und gepflegte Burganlage erwartete uns.

Im Innenhof angekommen, ließ die Freude jedoch schnell nach, denn hier entpuppte sich die Wachsenburg als Mogelpackung, da die angekündigten Sehenswürdigkeiten für den öffentlichen Besucherverkehr eingeschränkt oder gar nicht  zugänglich waren.

Die Burgkapelle war zwar nicht zu übersehen, dafür standen wir vor verschlossen Türen.

 

Nun gut, da es erst kurz nach 11.00 Uhr war, beschlossen wir erst einmal die anderen Highlights der Burg zu besichtigen. Aber ein Hinweisschild: Museumseingang, Tickets oder Brunnenhaus; suchten wir vergeblich. Ratlos sahen wir uns um und fanden ein Drehkreuz, welches eher nach Ausgang als Eingang aussah, doch ein paar andere Besucher bestätigten uns, dass dies der Eingang zum Hohenloheturm sei. Laut Homepage befindet sich das  Burgmuseum hinter den Mauern des Nordflügels und im Hohenloheturm. Wer im Turm jedoch nun das versprochene Museum erwartet, wird arg enttäuscht. Nach zwei Wendeltreppen stehen wir in einem kahlen leeren Raum. Eine weitere Wendeltreppe höher werden wir immerhin mit ein paar Kanonenkugeln und einem historischen Gewand belohnt. Die letzte Wendeltreppe erklimmt man wegen der Aussicht und nur deshalb, denn der wiederum leere Raum wird nur von einem Pappritter bewohnt. Der mit seinem ausgeschnittenen Gesicht dazu animieren soll sich hinter ihm zu verstecken und ein Foto zu machen. Allenfalls für Kinder ein Spaß!

Enttäuscht begeben wir uns nach unten und weil ich nicht bereit bin so schnell aufzugeben fasse ich mir ein Herz und frage freundlich bei der Bedienung des Restaurants nach. Wohin wir uns wenden müssen um die Burgkapelle, das Museum und das Brunnenhaus zu besichtigen.

Die Antworten die wir erhielten waren mehr als ernüchternd: Die Burgkapelle ist nur zu Hochzeiten geöffnet. Das Brunnenhaus ist geschlossen und zum Museum erhielten wir keine Antwort. Stellt sich uns die Frage, ob es überhaupt noch existent ist.

Inzwischen war es gerade einmal halb Zwölf, wir hatten für die Besichtigungen gut eine bis anderthalb Stunden eingeplant, doch da das nun alles ins Wasser viel und weil es uns, im wahrsten Sinne des Wortes, den Appetit verschlagen hatte  verzichteten wir auf ein Mittagsmahl im Rittersaal und zogen enttäuscht von dannen.

Fazit: Die Wachsenburg stellte sich uns als reiner Hotel- und Gastronomiebetrieb dar. Wer also nur  des Essens wegen, in mittelalterlichem Ambiente, auf die Burg kommt, der wird nicht enttäuscht werden.

Für all jene die Wert auf den kulturellen Aspekt legen sei gesagt: Die auf der Homepage angekündigten Sehenswürdigkeiten, waren für uns, bis auf den Hohenloheturm, nicht  zugänglich. Da wir  mit falschen Versprechungen auf die Burg gelockt wurden, können wir bei der Beurteilung dieses Ausflugziels nur 3 von 5 Sternen vergeben und die Burg nur eingeschränkt weiterempfehlen.

Anregung: Es wäre wünschenswert, dass die Betreiber der Burg, auf ihrer überaus schön gestalteten Homepage, ein paar kleine Hinweise veröffentlichen würden welche klarstellen, dass es sich um einen reinen Hotel- und Gastronomiebetrieb handelt. Das es eine Burgkapelle gibt, die aber nur zu Hochzeiten geöffnet ist, sowie das Brunnenhaus und Museum zurzeit oder auch dauerhaft geschlossen sind.

 

 

Fotos und Text © Catherine Oertel

 

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Über Autorin-Catherine-Oertel

Autorin , Leseratte , Schottlandfan , Familienmensch , liebe Blumen , Bücher , Musik, Filme und gutes Essen !
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